Trotz Abschwung Rentenerhöhung

07.11.2008 – Nach der diesjährigen Rentenerhöhung von 1,1 Prozent wartet im nächsten Jahr weiterer Geldsegen auf die Ruheständler.

Nach Berechnungen des Schätzerkreises könnte die zum 01. Juli 2009 angekündigte Rentenerhöhung bei 2,75 Prozent liegen. Zwar weisen die Deutsche Rentenversicherung und das Bundesarbeitsministerium diese Zahl noch zurück, dennoch ist sie derzeit schon in aller Munde und wird von Experten für wahrscheinlich gehalten.

Rentensteigerung wie selten zuvor
Seit Mitte der 90er Jahre sind die Renten nicht mehr so sehr gestiegen. Dass das gerade jetzt der Fall sein soll, ist umso verwunderlicher, als sich die Konjunktur derzeit erheblich abkühlt. Stimmt die vom Schätzerkreis berechnete Zahl, steigen die Renten sogar stärker als die Bruttolöhne und ¿gehälter im vergangenen Jahr. Laut Handelsblatt hat es so etwas in den 50 Jahren der dynamischen Rente bisher noch nicht gegeben. Es gibt sogar Stimmen, die eine Erhöhung erwarten, die noch über 2,75 Prozent liegt. Eine endgültige Entscheidung der Bundesregierung zur Rentenerhöhung ist aber vor Frühjahr 2009 nicht zu erwarten. Bis dahin muss nämlich noch die Lohnentwicklung 2008 ermittelt werden. Noch stehen dazu wichtige Tarifabschlüsse aus, beispielsweise in der Metallindustrie oder bei den Privatbanken.

Experten für moderatere Rentenerhöhung
Trotz einer langen Zeit der Nullrunden und Kleinstanpassungen fordern Experten dennoch, die Rentenerhöhung moderat zu halten. Unter anderem soll der Riester-Faktor schon im nächsten Jahr wieder wirksam werden. Eigentlich war geplant, ihn zwei Jahre lang aussetzen zu lassen.

Riester-Faktor soll Rentenanstieg mindern
Ein Grund für die Rentenerhöhung liegt in der Rentenformel selbst. Nach dieser Formel dürfen die Renten so stark steigen wie die Vorjahreseinkommen der Beschäftigten. Um diesen Anstieg zu dämpfen, wurde 2001 mit Einführung der Riester-Rente auch der Riester-Faktor geschaffen. Durch diesen mindert sich der Rentenanstieg jährlich um 0,5 Prozentpunkte. Als Ausgleich können die Arbeitnehmer seit dem einen Teil ihres Einkommens in eine Riester-Rente investieren. Um die Rentner auch am wirtschaftlichen Wachstum zu beteiligen, sollte der Riester-Faktor jetzt für zwei Jahre ausgesetzt werden. Nur darum konnte die Rente dieses Jahr um 1,1 Prozent wachsen. Sonst wären es 0,46 Prozent gewesen.

Mehr Erwerbstätige
Der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor ist das zweite Korrekturinstrumentarium in der Rentenformel. Eingeführt wurde er 2004, um Rentenerhöhungen an das Verhältnis von Renteneinzahlern und Rentenempfängern zu koppeln. Dank Wirtschaftsaufschwung hat sich dieses Verhältnis im vergangenen Jahr zugunsten der Beitragszahler entwickelt. Der Trend setzte sich in diesem Jahr sogar noch fort. Während die Zahl der Rentner stagnierte, nahm die Zahl der Erwerbstätigen im Vorjahr um 1,7 Prozent zu. Nach dem Herbstgutachten der Forschungsinstitute rechnet man in diesem Jahr mit 1,3 Prozent. Demnach wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor rentensteigernd.

Dennoch Belastungen für Ruheständler
Auch, wenn die Renten stärker als die Einkommen steigen, haben die Ruheständler dennoch die Last des höheren Beitrags zur Pflegeversicherung von 0,25 Prozent sowie der sich im Schnitt erhöhenden Krankenversicherung um 0,6 Prozent zu tragen. Anders als Arbeitnehmer profitieren sie nicht von der Verringerung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte. 

Service
Presse-Kontakt  als RSS-Feed abonnieren
T: 040 4119 1357
F: 040 4119 3626

Recommend Page | Print | Bookmark | TopPfeil nach oben