Altersvorsorge: Geringverdiener und Jüngere schlechter informiert, Förderung unterschätzt

30.10.2007 –

Nicht all zu gut ist es um das Vorsorge-Engagement hierzulande bestellt. Zu diesem Ergebnis kam die Studie "Vorsorgementalität der Deutschen" vom Forschungszentrum Generationenverträge der Freiburger Universität.

Danach wissen die meisten Menschen durchaus um die Möglichkeiten der Altersvorsorge, nur werden sie selbst noch zu wenig aktiv. Befragt wurden insgesamt 2.026 Personen deutschlandweit.

Etwas weniger als die Hälfte der Befragten wusste gut über die betriebliche Altersvorsorge Bescheid, 10 Prozent kannten die Rürup-Rente und fünf Prozent waren überhaupt nicht informiert. Für 70 Prozent war die Fördersumme entscheidend für den Abschluss eines Vertrages. Umso erstaunlicher, dass fast die Hälfte nicht wusste, wie hoch die maximale staatliche Fördersumme eigentlich ist. Meist wurde sie unterschätzt.

Während der Staat pro Jahr im Schnitt 740 Euro dazugibt, schätzten die meisten der Befragten die Zahl auf 600. Wie gut der Einzelne informiert ist, hängt der Studie zufolge maßgeblich von seinem Nettoeinkommen und seiner Lebenssituation ab, so wie davon, ob er im Norden oder Süden Deutschlands wohnt. In der Einkommensgruppe bis 1000 Euro im Monat fühlten sich 26,6 Prozent schlecht informiert. Ab 4000 Euro pro Monat waren es nur noch 11,2 Prozent. Auch fühlten sich Befragte aus Süddeutschland im Schnitt besser informiert als Befragte in Norddeutschland. Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Je älter die Befragten waren, desto besser fühlten sie sich informiert.

Dass Schlechterverdienende weniger privat für das Alter vorsorgen, liegt aber nicht nur an deren Informationsstand, sondern auch an der schwächeren Sparleistung. Während der Durchschnitt 180 Euro im Monat zurücklegt, sind es bei Selbstständigen 380 Euro. Arbeitslose sparen dagegen nur zirka 67 Euro im Monat. Bernd Raffelhüschen, Leiter der Studie, verweist darauf, dass gerade Haushalte mit geringem Einkommen fälschlicherweise denken, die Eigenleistungen nicht aufbringen zu können. Aber gerade für Geringverdiener wurde die Förderung ja konzipiert.

Wie wichtig die private Vorsorge ist, zeigt ein Blick auf die künftig zu erwartende Altersrente. Nach aktuellen Berechnungen dürfte diese bei zirka 40 Prozent des Durchschnittseinkommens liegen. Nur zum Vergleich: Ein Sozialhilfe- oder Hartz-IV-Empfänger bekommt zirka 35 Prozent des Durchschnittseinkommens.  

Diese Seite bookmarken bei:

Service
Presse-Kontakt  als RSS-Feed abonnieren
T: 040 4119 1357
F: 040 4119 3626

Recommend Page | Print | Bookmark | TopPfeil nach oben