Früher Vogel fängt den Wurm – das Sparverhalten der Deutschen bei der Altersvorsorge

21.11.2007 –

Was für die gefiederten Freunde gilt, ist dem Menschen anscheinend noch nicht so klar, vor allem, wenn man sich sein Sparverhalten für die Altersvorsorge ansieht.

Aktuelle Zahlen zeigen: Es wird immer weniger gespart und vor allem nicht früh genug damit begonnen. Nur 36,4 Prozent der Deutschen sorgen vor. Dies ergab die September-Befragung von JP Morgan Asset Management. Im Juni waren es noch 1,8 Prozentpunkte mehr. Und auch im Frühsommer war der Trend bereits rückläufig. Entsprechend ist der Anteil derer, die überhaupt nicht sparen, gewachsen. Genau gesagt um 3,1 auf 44,1 Prozent. Die fleißigsten Sparen sind zwischen 30 und 49 Jahre alt. Hier legt jeder Zweite Geld fürs Alter an.

Durchschnittlich sparen wir Deutschen monatlich 183 Euro. Im Detail betrachtet legen dabei die Selbstständigen mit 376 Euro am meisten zurück, gefolgt von den Beamten mit 231 Euro und danach von den Arbeitern und Angestellten mit 197 Euro. Schlusslicht bilden, wie erwartet, die Arbeitslosen mit 67 Euro im Monat.

Grundsätzlich ist Sparen ein unbeliebtes Thema. Es bedeutet Konsumverzicht, bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Außerdem scheint der richtige Zeitpunkt nie da zu sein. Junge Menschen möchten erstmal loslegen im Leben, mit Auto, Wohnung, Reisen und allem, was sonst noch so dazu gehört. Kommen dann die Kinder, ist es auch schlecht, da diese ja genauso süß wie kostspielig sind. Dann werden die ersten Schulden gemacht, beispielsweise durch einen Immobilienkauf. Auch ein schlechter Zeitpunkt für einen Altersvorsorgevertrag. Und wer auf den Ruhestand zugeht, möchte auch lieber noch einmal richtig das Leben genießen, als seine Rente aufzubessern. Und im Nu ist der Tag gekommen, an dem wir die Rente beantragen und der mageren Tatsache ins Auge blicken. Es reicht hinten und vorne nicht. Die Versorgungslücke gibt es wirklich!

Und darum kann man es nicht oft genug sagen: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Je eher mit dem Sparen begonnen wird, desto einfacher, entbehrungsärmer und besser für das Alter ist es.

Wer beispielsweise zu den Durchschnittssparern mit 183 Euro im Monat gehört, kann nach über 40 Jahren mit 168.000 Euro kommen, wenn er bei einem Zinssatz von 3 Prozent spart. Wer länger wartet, bis er mit dem Sparen beginnt und vielleicht nur noch 15 Jahre Zeit hat bis zur Rente, steht schon vor einer anderen Rechnung. Um auf denselben Betrag von 168.000 zu kommen, müsste das Ersparte zu 12 Prozent angelegt werden. Das dürfte kaum zu schaffen sein. Angenommen man käme auf 6 Prozent, was eigentlich nur bei einer Aktienanlage realistisch ist, so stünde man am Ende trotzdem nur mit 83.000 Euro da. Unser Rat: Anfangen! 

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