Sicherheit zählt - vor allem bei der Altersvorsorge!

17.01.2009 – Der Mensch ärgert sich über Verluste mehr, als er sich über Gewinne freut. Kein Wunder also, dass die Finanzkrise das Thema "Sicherheit" wieder in den Vordergrund gerückt hat, gerade bei der Altersvorsorge.

Entsprechend hoch im Kurs stehen wieder klassische Versicherungsprodukte, die nicht nur versprechen, sondern garantieren.

Sicherheit statt Gewinn
Auch für die Zukunft erwarten Experten, dass die Sicherheit von Geldanlagen wichtiger ist als die Aussicht auf Gewinne. Map-Report-Herausgeber Manfred Poweleit prophezeit: "Konventionelle Versicherungen werden eine Renaissance erleben." Auch die Ratingagentur Franke & Bornberg stellt sich auf diesen Trend ein und bietet seit Mitte des vergangenen Jahres eine geteilte Analyse an: Für alle, die Wert auf Rendite legen und bewusst die Chancen der Kapitalmärkte nutzen möchten, gibt es die Kategorie "Aktiv". Alle, denen "Sicherheit" besonders am Herzen liegt, werden sich für die Kategorie "Komfort" interessieren, bei der es um Nachhaltigkeit von Finanzprodukten geht.

Die sicheren Altersvorsorgeprodukte lassen sich grob in drei Schichten unterteilen. Ob Sie als Sparer Ihr Geld auf alle Schichten verteilen oder nur eine oder zwei wählen, hängt ganz von Ihrer Situation, Ihrem Geld und Ihren Ansprüchen ab. Hier eine Übersicht:

Schicht 1: gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Rente
Selbstständige und Freiberufler müssen nicht, anders als Angestellte, in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. In Ermangelung einer passenden und adäquaten Altersvorsorgeform haben früher jedoch viele im Arbeitsleben nicht ausreichend für das Alter vorgesorgt. Um das zu vermeiden, hat der Staat die Basis-Rente, auch Rürup-Rente genannt, geschaffen. Sie basiert auf dem gleichen Prinzip wie die gesetzliche Rentenversicherung:

  • Auszahlung einer lebenslangen Rente
  • Ansprüche nicht vererbbar, beleihbar oder verkäuflich
  • Hartz-IV-sicher.

Beiträge zu dieser Versicherung können steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Seit Januar 2009 beträgt der absetzbare Beitragsanteil nicht mehr wie bisher 66 Prozent, sondern sogar 68 Prozent. Zwar sind später auf die Rente Steuern zu zahlen, jedoch nur zum persönlichen Steuersatz, und auch erst ab 2040 auf den gesamte Rente. Mit dem 2005 in Kraft getretenen Alterseinkünftegesetz wird der zu versteuernde Rentenanteil jährlich stufenweise erhöht. Übrigens bietet die Rürup-Rente bei Bedarf eine Hinterbliebenenversorgung und einen Invaliditätsschutz. Neben einer klassischen Versicherung sind auch fondsgebundene Produkte auf dem Markt. Diese bieten höhere Renditen, allerdings bei höherem Risiko.

Schicht 2: Riester-Rente
Angestellte können privat vorsorgen und dazu von staatlichen Zuschüssen und Steuervergünstigungen profitieren. Als Grundzulage gibt es jährlich 154 Euro pro Person, pro Kind kommen noch 185 Euro dazu, für ab 2008 Geborene sogar 300 Euro. Damit bekommt ein Ehepaar mit zwei Kindern bis zu 908 Euro pro Jahr vom Staat. Dafür müssen Sie ab 2008 vier Prozent vom Vorjahresbruttoeinkommen als Beitrag in einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag einzahlen. Für einen kinderlosen Single sind das 846 Euro (1.000 minus 154 Euro), wenn er im Vorjahr 25.000 Euro verdient hat. Wenn auch die Zulagen bei jedem Anbieter gleich sind, trifft das für die garantierte Rente keineswegs zu. Darum sollten Sie Ihr Hauptaugenmerk besonders auf diesen Aspekt legen. Die Gesamtrente entscheidet schließlich darüber, was später auf Ihr Konto fließt.

Schicht 3: Kapitallebens- und private Rentenversicherung
Die Kapitallebens- und private Rentenversicherung sind durch die attraktive Förderung von Riester und Rürup etwas in Vergessenheit geraten. Dennoch sollten Sie auch über diese Produkte bei Ihrer Anlageentscheidung nachdenken. Reizvoll ist beispielsweise die Kapitallebensversicherung vor allem, weil ihre Erträge nur zur Hälfte versteuert werden müssen. Auch von der privaten Rentenversicherung muss nur ein Teil versteuert werden. Anders als bei Riester und Rürup sind die Ansprüche aus Kapitallebens- und privater Rentenversicherung vererbbar, beleihbar und verkäuflich. Damit gestatten diese Produkte eine hohe Flexibilität. Dieser Vorteil kann aber schnell zum Nachteil werden, wenn Hartz-IV zuschlägt. Davor gibt es hier nämlich keine Sicherheit. Das heißt: Bevor der Staat Geld gibt, muss die eigentlich zur Altersvorsorge angesparte Rücklage verbraucht werden.

 

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