Rentenniveau sinkt auf 45,2 Prozent
07.11.2011 – Das Rentenniveau wird laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bis zum Jahr 2025 auf 45,2 Prozent sinken. Derzeit liegt es noch bei 50,8 Prozent.
Altersarmut befürchtet
Das Rentenniveau, genauer gesagt: das steuerbereinigte Nettorentenniveau nach § 154 Absatz 3 Nummer 2 SGB VI, zeigt das Verhältnis zwischen der Rente eines Durchschnittsverdieners in Deutschlands nach 45 Arbeitsjahren zum derzeitigen Durchschnittseinkommen. Das sinkende Rentenniveau ist an sich keine Überraschung. Nur konkrete Zahlen sind bislang kaum ins Spiel gebracht worden. Ein sinkendes Rentenniveau um 11 Prozent ist ein Alarmsignal für Altersarmut, das nicht überhört werden darf.
DGB will Nachhaltigkeitsrücklage schützen
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hebt warnend die Hand und fordert gerade im Hinblick auf den angekündigten "Regierungsdialog Rente" von der Regierung entschlossenes Handeln gegen die wachsende Altersarmut. "Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe, und die Koalition darf die Chance nicht verspielen, sie rechtzeitig zu entschärfen", wird DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach im VersicherungsJournal zitiert. Und weiter: "Der Kampf gegen Altersarmut lässt sich nicht zum Nulltarif gewinnen". Neben nach DGB-Meinung bislang fehlenden wirksamen Maßnahmen ist damit auch der Angriff auf die Nachhaltigkeitsrücklage gemeint, in dem der aktuelle Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung von 19,9 Prozent gesenkt werden soll. Das würde die Nachhaltigkeitsrücklage aushöhlen, die besser zur Absicherung der Rente eingesetzt werden sollte.
Ministerium verweist auf private Vorsorge
Laut Nachrichtenagentur dpa wies ein Sprecher des BMAS darauf hin, dass das sinkende Rentenniveau nichts Neues wäre und eben darum immer wieder auf die Notwendigkeit einer privaten zusätzlichen Altersvorsorge hingewiesen werde. Aus eben diesem Grunde hätte der Staat z.B. die Riester-Rente ins Leben gerufen, von der ein Großteil der Bundesbürger Förderung profitieren kann.