Private Altersvorsorge ausweiten
09.12.2009 – Nach wie vor hätten die Deutschen Nachholbedarf bei der privaten Altersvorsorge, finden die Banken und Versicherungsunternehmen.
Aus diesem Grunde fordern deren Verbände anlässlich des Rentenversicherungsberichtes 2009 der Bundesregierung noch mehr Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge. Auf diese Weise sollen die Bundesbürger stärker dazu animiert werden, auf eigene Faust Geld für den Ruhestand zu sparen anstatt sich nur auf die staatliche Rente zu verlassen.
Ernst der Lage verkannt
Der geringe Zuwachs an neuen Riester-Verträgen deute laut Prof. Dr. Manfred Weber vom Bundesverband deutscher Banken e.V. darauf hin, dass die Bundesbürger den Ernst der Lage noch nicht richtig erkannt hätten. Menschen würden grundsätzlich Entscheidungen, von denen sie erst in ferner Zukunft profitieren könnten, gerne verschieben. Hier muss die neue Regierung ansetzen. "Gelingt es nicht, die Anreize für die kapitalgedeckte Altersvorsorge zu erhöhen, gehen wir großen Problemen entgegen", wird Weber im Versicherungsjournal zitiert.
"Opting-out" als eine Lösung
Eine vom Bankenverband vorgeschlagene Möglichkeit, die Bundesbürger zur verstärkten Altersvorsorge zu bewegen, ist das so genannte "Opting-out". Dabei schließt ein Arbeitnehmer bei Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages automatisch einen Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge ab. Danach kann er dieser Vereinbarung innerhalb einer bestimmten Frist widersprechen und damit den Vertrag auflösen.
"Intelligente Dynamik" als weitere Lösung
Bei der "intelligenten Dynamik" werden die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge mit Lohn- und Gehaltserhöhungen finanziert.
Riester für alle
Weil auch oder gerade für Selbstständige und Freiberufler die Gefahr der Altersarmut wächst, sollten diese nicht, wie es derzeit der Fall ist, aus der Riester-Rente ausgeschlossen werden. "Um der Gefahr einer wachsenden Altersarmut entgegenzuwirken, sollte jeder Bundesbürger außerdem mit dem Eintritt ins Berufsleben eine geförderte Altersvorsorge abschließen können", forderte Weber. Dieser Meinung schließt sich der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Rolf-Peter Hoenen, an.