Demographie: Osten sieht bald alt aus
10.07.2009 – Die demografische Entwicklung schreitet im Osten mit besonders großen Schritten voran.
So werden laut einer Studie des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen im Jahr 2050 in Brandenburg 90 Prozent der Einwohner über 65 sein. Älter als 85 Jahre sind dann im Osten zirka 25 Prozent. Im Westen sind es 15 Prozent. Angesichts der gleichzeitig sinkenden Zahl der Arbeitskräfte sieht der Rat Handlungsbedarf für die Politik.
Mehr Pflegebedürftige
Immerhin bedarf die wachsende Zahl älterer Menschen einer entsprechenden medizinischen Versorgung und Prävention, so dass der Umzug in ein Pflegeheim so weit wie möglich nach hinten verschoben werden kann. Laut Sachverständigenrat wird die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 2,3 auf im Jahre 2050 4,3 Millionen ansteigen.
Privat vorsorgen
Konsequenzen ergeben sich auch für die Altersvorsorge. Weil immer mehr Rentenempfänger immer weniger Einzahlern gegenüberstehen, kann die gesetzliche Rentenversicherung den gewohnten Lebensstandard im Alter nicht mehr gewährleisten. Private Modelle, wie die Betriebs- und die Riesterrente sollten unbedingt ins Vorsorgeportfolio aufgenommen werden.
Steigende Lebenserwartung
Ein Grund für den wachsenden Anteil älterer Menschen ist die rückgängige Geburtenzahl. Ein anderer Grund liegt in der steigenden Lebenserwartung. Wir werden immer älter. Wie das Statistische Bundesamt im vergangenen Sommer bekannt gab, wird ein heute geborener Junge im Schnitt 76,6 Jahre alt und ein neugeborenes Mädchen 82,1 Jahre. Diese Zahlen ergeben sich aus der Sterbetafel für die Jahre 2004 bis 2006. Laut der vorherigen Sterbetafel für die Jahre 2003 bis 2005 lebte ein neugeborener Junge durchschnittlich 76,2 Jahre und ein neugeborenes Mädchen 81,8 Jahre. Die Sterbetafeln basieren auf der Zahl der Gestorbenen und der Durchschnittsbevölkerung der jeweils vergangenen drei Jahre.
Frauen leben länger als Männer
Auch ältere Menschen haben eine höhere Lebenserwartung. So lebt ein heute 60-jähriger Mann noch 20,6 Jahre, während es nach der letzten Sterbetafel nur 20,3 Jahre waren. Bei Frauen sind es heute noch 24,5 weitere Jahre und nach der alten Sterbetafel nur 24,3 Jahre. Eine weitere Erkenntnis halten die Sterbetafeln bereit: Jeder zweite Mann wird mindestens 79 Jahre alt, jede zweite Frau sogar 85. Frauen leben damit im Schnitt 6 Jahre länger als Männer.
Bessere Hygienestandards und medizinischer Fortschritt
Die Gründe für das Älterwerden liegen in einer besseren medizinischen Versorgung, in einer gesünderen Ernährung, höheren Hygienestandards und in besseren Arbeitsumständen. Nach einer Sterbetafel aus dem Deutschen Reich von 1871 bis 1881 hatte ein neugeborener Junge damals 35,5 Jahre zu leben, während es bei einem Mädchen 38,4 Jahre waren.