Altersvorsorge: Nicht nur risikofrei fürs Alter sparen

10.03.2010 – Viele Deutsche besitzen eine Immobilie, dazu noch Spareinlagen und Versicherungen und fühlen sich damit gut gerüstet für einen angemessenen Lebensabend.

Peter Härtling vom Bundesverband Der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. (BDRD) prophezeit jedoch selbst solchen vermeintlich finanziell gut aufgestellten Menschen Altersarmut, denn: Es fehlt an strategischer Planung.

Ruhestandsbilanz gibt Auskunft
"Trotzdem werden viele Menschen regelrecht verarmen, weil sehr oft die Laufzeiten falsch angesetzt werden, Inflation und Steuern die Rente schmälern und die Mehrausgaben im Alter nicht ausreichend kalkuliert werden", wird Härtling im Hamburger Abendblatt zitiert. Die Basis einer vernünftigen Altersvorsorge liegt für ihn in einer sorgfältigen Bestandaufnahme, die in einer Ruhestandsbilanz mündet. In dieser stehen dann sämtliche Ausgaben allen Einnahmen gegenüber, also:

Einnahmen: Zahlungen von Rentenkassen, Versorgungswerken, aus Abfindungen, Erbschaften, Kapitalanlagen, Mieteinnahmen etc.
Ausgaben: Gesundheitskosten, Ausgaben fürs Wohnen, Inflationsrate, Steuern und sonstige Lebenshaltungskosten etc.

Gerade die Gesundheitskosten dürfen nicht vernachlässigt werden. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Zahl der kleineren und größeren Gebrechen zu. Weil die Kassen ihre Leistungen zurückfahren, muss der Einzelne für seine Gesundheit immer stärker ins eigene Portemonnaie greifen.

Realistische Lebenserwartung
Was bei der Ruhestandsplanung ebenfalls oft vergessen wird, ist die Lebenserwartung. Wer mit 75 Jahren rechnet, riskiert, dass das Geld im Alter nicht reicht, denn hierzulande werden die Menschen immer älter und überschreiten die 75-Marke um viele Jahre. Härtling bemängelt, dass viele Menschen nur darauf schauen, wie viel Vermögen sie bis zum Renteneintrittsalter angespart haben werden. Entscheidend ist aber, wie lange der Betreffende dann von seinem Ersparten zehren muss. Je länger er lebt, desto mehr Geld ist nötig. Eine banale Rechnung, aber für viele eben schwierig zu bewerkstelligen, denn nicht jeder kann für seine monatliche Sparrate aus dem Vollen schöpfen.

In solchen Fällen ergibt es wenig Sinn, zu stark auf Sicherheit zu setzen und auf Rendite zu verzichten. Liegt das Geld bis zum Ruhestand nur auf dem Sparbuch, bleibt nach Abzug von Steuern und Inflation, wenn die Zinsen nicht zu niedrig sind, allenfalls der eingezahlte Betrag erhalten. Wertsteigerung bringen nur risikoreichere Anlagen, wie Aktien, Fonds oder fondsgebundene Versicherungen. 

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