Mütter müssen früh vorsorgen

18.11.2008 – Beim Thema Versorgungslücke sollten Mütter besonders hellhörig werden, denn gerade sie sind von Altersarmut bedroht.

Die Gründe dafür liegen unter anderem in einer Lebenserwartung, die höher ist als die der Männer. Die Altersvorsorge muss hier also länger reichen und entsprechend mehr Geld angespart werden. Außerdem bekommen Frauen in der Regel eine geringere gesetzliche Rente. Mit der Geburt ihrer Kinder ziehen sie sich oft für eine Zeit aus dem Berufsleben zurück. Kehren sie nach der Erziehungszeit dann wieder, geht das in der Regel mit schlechteren Konditionen einher, da ihre Qualifikation nicht mehr auf dem neuesten Stand liegt oder sie nur in Teilzeit arbeiten können.

30 Prozent weniger Rente
Eine Studie des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung liefert folgendes Rechenbeispiel: Eine Frau, die nach 10 Jahren Kindererziehung fünf Jahre in Teilzeit und erst danach wieder in Vollbeschäftigung arbeitet, bekommt fast 30 Prozent weniger Rente, als wenn sie ihr Leben lang in Vollbeschäftigung gearbeitet hätte. Wenn sie überhaupt nicht wieder erwerbstätig wird, liegt der Abschlag bei sogar 80 Prozent.

Staat greift unter die Arme
Je früher eine Frau darum mit der Vorsorge beginnt, desto besser. Das ist oft leichter gesagt als getan. Eine 20-jährige Frau kann nicht eben mal 110 Euro monatlich sparen, die aber bei einem Einkommen von 15.000 Euro notwendig wären, um die spätere Versorgungslücke zu schließen. Beginnt sie erst mit 50, für das Alter vorzusorgen, müsste sie zirka 450 Euro monatlich sparen. Kann eine junge Frau die Sparrate nicht aufbringen, hilft die Riester-Rente. Hier zahlt der Staat Zulagen, und außerdem sind Steuervergünstigungen möglich. Zudem trägt diese Vorsorgeform der besonderen Biografie von Frauen Rechnung, die meist weniger geradlinig als die der Männer verläuft. Heirat, Kinder, höheres oder niedrigeres Einkommen – die Riester-Rente passt sich an. Die Beiträge können variiert und sogar ausgesetzt werden.

Zweites Standbein wichtig
Neben der Riester-Rente sollte eine Frau auch in eine betriebliche Altersvorsorge investieren, sofern sie in einem Beschäftigungsverhältnis steht. Damit schafft sie sich ein zweites Standbein der zusätzlichen Vorsorge, was auch dringend notwendig ist. Allein mit der Riester-Rente lässt sich die Versorgungslücke nämlich noch nicht schließen. 

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