Kosten: Mehr Durchblick bei der Riester-Rente

31.03.2010 – Damit Verbraucher die Riester-Produkte künftig besser vergleichen können, fordert die Bundesregierung mehr Kostentransparenz für die staatlich geförderte Rente.

Produktinformationsblatt
Das äußerte Andreas Storm, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, am 22. März auf der Handelsblatt-bAV-Tagung in Berlin. Bis zum Sommer werde das Bundesfinanzministerium Vorschläge dazu unterbreiten, so Storm. Im Gespräch sei ein Produktinformationsblatt, eine Art Beipackzettel zu jedem Produkt. Damit wolle man diese sehr erfolgreiche Form der privaten Altersvorsorge auch weiterhin attraktiv halten. Immerhin seien bis Ende 2009 insgesamt 13,2 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen worden.

Kosten sind wichtiges Argument
Hintergrund der Forderung nach mehr Transparenz ist die hohe Zahl der Riester-Produkte mit häufig für einen Laien schwer zu durchschauenden Verträgen. Dabei kommt es bei der Wahl des Produktes gerade auf die Kosten an. Je höher diese ausfallen, desto mehr drücken sie auf den Ertrag und damit auf die im Ruhestand ausgezahlte Rente. Sie allein ist letztlich für den Sparer interessant. Zu den Kosten für eine Riester-Rente gehören Abschluss- und Verwaltungskosten. Diese variieren erheblich von Anbieter zu Anbieter. Wer nicht bis zum Sommer warten will, kann sich in der Zeitschrift "Finanztest" informieren. Diese hat die Verträge vieler Anbieter durchleuchtet und die Kosten berechnet.

Riester-Rente hilft den Richtigen
Die Riester-Rente kommt nicht nur bei vielen Menschen an, sondern auch bei den richtigen. Dies äußerte Dr. Anette Reil-Held vom Mannheimer Research Institute for the Economics of Aging (MEA) vor kurzem. Immerhin gehörten mehr als die Hälfte der Zulagenempfänger zur Einkommensgruppe bis 30.000 Euro. Auch die riesternden Altersgruppen zeigten, dass die geförderte Altersvorsorge ihren Zweck erfüllt, nämlich ein niedriges Rentenniveau auszugleichen. Davon werden vor allem junge Menschen betroffen sein. Nach Untersuchungen aus dem Jahre 2009 besäßen 37 Prozent der Altersgruppe von 18 bis 34 Jahre einen Riester-Vertrag. Bei kinderreichen Familien hätten sogar fast 60 Prozent einen Vertrag abgeschlossen. Bei Haushalten mit einem Kind sind es 33 Prozent, bei Haushalten mit zwei Kindern knapp 50 Prozent.  

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