Soll der Rentenbeitrag gesenkt werden?

06.12.2008 – Eine Senkung des Rentenbeitrags wäre eine gute Ergänzung des Konjunkturpaketes.

Um der schwächelnden Konjunktur wieder auf die Beine zu helfen, fordern der Arbeitgeberpräsident Hundt, Arbeitgebervertreter Gunkel sowie FDP-Rentenexperten, den Rentenbeitragssatz zu senken. Gefordert werden 19,6 Prozent statt der derzeitigen 19,9 Prozent des Bruttolohnes. Um rund 2,5 Milliarden Euro könne man damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer im kommenden Jahr entlasten, so Hundt kürzlich in der "Bild am Sonntag". Diese Ergänzung des Konjunkturpaketes wäre absolut notwendig. Letztlich würden alle Bundesbürger davon profitieren. Zudem würde die gute finanzielle Situation der Rentenkassen so einen Schritt durchaus gestatten.

Finanzpolster gerade in Krisenzeiten wichtig
Anders sieht das der Chef der Deutschen Rentenversicherung Herbert Rische. "Ich weiß nicht, ob das Wohl der Republik davon abhängt, ob man senkt oder nicht", wird er im "Hamburger Abendblatt" zitiert. Die gute Finanzlage der Rentenversicherung sei noch lange kein Grund, die Rücklage nicht, wie geplant, bis 2011 auf 27 Milliarden Euro aufzustocken. Ende dieses Jahres will man 15,7 Milliarden Euro erreichen. Gerade jetzt seien Rücklagen für die Rentenkasse wichtig. Diese Meinung vertritt auch Gewerkschaftsvertreterin Annelie Buntenbach. Ihrer Meinung nach müsse die Rentenversicherung gerade in Krisenzeiten ein Finanzpolster schaffen.

Senkung frühestens 2012 realistisch
Frühestens 2012 sei eine Beitragssenkung auf 19,2 Prozent realistisch, nach Einschätzung der Bundesregierung. Nach einem Rentenversicherungsbericht des Sozialministeriums wird der Beitragssatz ab 2018 aber wieder steigen müssen, zunächst auf 19,7 Prozent, 2019 dann auf 20 Prozent und 2021 sogar auf 20,2 Prozent. Damit wird die gesetzliche Rente den Lebensstandard, den Sie aus dem Berufsleben gewohnt sind, nur noch zu 46 Prozent tragen können.

Überschuss reicht nicht aus
Seit der Beitragssatz von 19,5 Prozent heraufgesetzt worden ist, ist der Überschuss der Rentenversicherung kontinuierlich gestiegen, in diesem Jahr sogar um 4 Milliarden Euro. Die damit erzielten 15,7 Milliarden Euro Überschuss entsprechen einer Monatsrente, reichen aber für eine Beitragssenkung noch nicht aus. Dafür müssten die Rücklagen schon bei 1,5 Monatsrenten liegen. 

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