Kommission gegen Altersarmut

27.08.2010 – Weil Altersarmut eine reelle Bedrohung darstellt, soll sich im kommenden Jahr ein Beraterstab der Bundesregierung der Sache annehmen.

Vernünftige Rente für Geringverdiener
Im Gespräch ist die Einberufung einer Kommission, die Vorschläge erarbeiten soll, wie auch Geringverdiener eine Rente oberhalb der Grundsicherung beziehen können. Starten soll die aus Experten bestehende Kommission 2011. Mit ersten Ergebnissen rechnet die Regierung laut "Financial Times Deutschland" im Jahr 2012. "Die Regierungskommission soll Vorschläge machen, wie jemand, der sein Leben lang Vollzeit gearbeitet hat, auch ein Alterseinkommen hat, das ein menschenwürdiges Leben ermöglicht", äußerte Ingrid Fischbach, Vizevorsitzende der CDU-Fraktion im Bundestag, gegenüber der "Rheinischen Post". Mitglieder des neuen Gremiums wurden bislang noch nicht genannt.

Nicht nur Vollzeitbeschäftigte berücksichtigen
Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, hat sich schon häufig besorgt darüber geäußert, dass die Regierung bislang die Armutsgefährdung von Hartz-IV-Empfängern, Erwerbsgeminderten und Selbstständigen in ihren Konzepten nicht ausreichend berücksichtigt. Er plädiert unter anderem dafür, dass auch Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung eintreten können. Schließlich würde der Anteil der Geringverdiener unter ihnen stetig ansteigen.

Vor allem Ostdeutsche und Frauen betroffen
Aktuell leben gerade mal 2,5 Prozent der Rentner hierzulande von der Grundsicherung. Doch Experten gehen davon aus, dass dieser Anteil künftig steigen wird. Das ist mehreren Entwicklungen geschuldet: Es gibt immer mehr alte und weniger junge Menschen. Mit anderen Worten: Immer mehr Rentenempfänger stehen immer weniger Berufstätigen und damit Einzahlern gegenüber. Diese demografische Entwicklung veranlasste die Bundesregierung schon vor Jahren, das Rentenniveau zu senken. Im Gegenzug wird die private Vorsorge mit Riester- und Rürup-Rente oder betrieblicher Altersvorsorge gefördert. Davon machen allerdings Geringverdiener kaum Gebrauch, da ihre Einkünfte gerade zum Leben reichen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Niedriglohnsektor immer stärker ausweitet. Experten erwarten zudem besonders für Ostdeutschland einen rasanten Anstieg der Altersarmut, da hier viele Menschen arbeitslos sind. Auch Frauen zählen zur Risikogruppe, da ihre Erwerbsbiografien oft unterbrochen sind.  

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