Altersvorsorge: Jugendliche sorgen nicht genug vor

21.05.2010 – Jugendliche in Deutschland fürchten zwar die Altersarmut, sorgen aber trotzdem zu wenig vor. Zu diesem Ergebnis kam eine vom Versorgungswerk MetallRente bei TNS Infratest Sozialforschung in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel "Jugend, Vorsorge, Finanzen".

Regeln und Produkte nicht bekannt
Das Sozialforschungsinstitut befragte 2.500 junge Menschen zwischen 17 und 27 Jahren zu ihrer Einstellung und ihrem Wissen zur Altersvorsorge. Danach ist ihnen das Problem der Versorgungslücke durchaus bewusst. Jedoch hapert es daran, dass sie die Regeln und die einzelnen Produkte der Altersvorsorge nicht verstehen bzw. nicht kennen. Sie wissen schlichtweg nicht, wie sich für ihr Alter absichern können. Auf einer Skala von 1 bis 4 ergab die Frage nach dem Bewusstsein über die Altersarmut einen durchschnittlichen Spitzenwert von 3,5. Auch, dass die gesetzliche Rente später nicht ausreichen wird, erzielte einen Wert von 3,4. Die Furcht vor der Altersarmut erreichte mit 2,9 ebenfalls einen noch hohen Wert. Mehr als 60 Prozent der befragten Jugendlichen waren aber nicht der Lage, Begriffe wie die betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Rente zu erklären. Nur jeder Zehnte wusste, was eine Bruttoentgelt-Umwandlung ist.

Lieber leben als vorsorgen
Neben dem mangelnden Wissen über die private Altersvorsorge förderte die Studie aber noch weitere Gründe für die Zurückhaltung zutage. Die meisten wollen ihre Jugend einfach in vollen Zügen auskosten und können oder wollen ihr Geld nicht für die private Altersvorsorge ausgeben. "Das ist dramatisch, denn es wird genau diese Jugendgeneration von heute sein, der der Wind der demografischen Entwicklung ins Gesicht weht", wie der wissenschaftliche Leiter der Studie, Professor Dr. Klaus Hurrelmann, erklärte.

Altersarmut vor allem bei unteren Bildungsschichten
Laut Thomas Gensicke von TNS Infratest liegt das Problem darin, dass die Reform der Alterssicherung auf den Weg gebracht wurde, ohne die Betroffenen mitzunehmen. Ihn besorgt auch, dass die Bereitschaft, etwas für das Alter zu tun, vor allem bei Jugendlichen mit mittleren bis unteren Bildungsabschlüssen abnimmt. Damit gehe laut Gensicke eine gesellschaftliche Spaltung einher. Je niedriger der Bildungsstand, desto höher sieht er die Wahrscheinlichkeit der Altersarmut.

Bildung, Politik und Wirtschaft gefragt
Studienleiter Hurrelmann plädiert für eine Verbesserung der Kompetenz der Jugendlichen in Fragen der finanziellen Altersvorsorge. Das muss bereits in den Bildungseinrichtungen geschehen. MetallRente-Geschäftsführer Heribert Karch sieht dafür alle Beteiligten, also auch Politik und Arbeitgeber, in der Pflicht.  

Bleiben Sie informiert!
Folgen Sie uns bei

Lesen Sie mit auf Twitter.com!

per News-Feed.
Service
Presse-Kontakt  als RSS-Feed abonnieren
T: 040 4119 1357
F: 040 4119 3626

Recommend Page | Print | Bookmark | TopPfeil nach oben