Sparen für die Altersvorsorge: Freiheit hat ihren Preis

28.01.2009 – Freiheit ist schön, doch sie hat ihren Preis. Mit diesem Fakt sehen sich auch Altersvorsorgesparer konfrontiert. Und sie sollten sich ernsthaft damit auseinandersetzen, bevor sie sich für eine Anlageform entscheiden.

Sparverträge für Freiheitsliebende
Wer beispielsweise im Alter mietfrei wohnen möchte, muss als junger Sparer sein Geld so anlegen, dass er möglichst jederzeit darüber verfügen kann. Flexibilität ist hier wichtig. Damit empfehlen sich Basis-, Riester- oder Leibrente nicht. Besser sind klassische Sparverträge, die vor dem Kauf der Immobilie problemlos aufgelöst werden können, damit das Geld für den Kauf zur Verfügung steht und die Kreditsumme gering gehalten wird.

Basisrente ist sicher, aber nicht flexibel
Wer sein Geld dagegen langfristig und sicher für das Alter anlegen will, kommt um Rentenverträge, wie die Basisrente, nicht herum. Was bei diesem Modell häufig unterschätzt wird, ist die damit zu erzielende Rendite. Ein zirka 35-jähriger Mann, der bis zu seinem 67. Lebensjahr monatlich 300 Euro spart, kommt bei einem guten Versicherer gut und gerne auf eine Rendite von 4 Prozent. Voraussetzung ist, dass er noch in den Genuss von 19 Rentenjahren kommt. Aktuellen Berechnungen zufolge geht man aber davon aus, dass ein heute 35-Jähriger einmal 85 Jahre alt wird. Damit erhält er 20 Jahre lang eine Rente. Von einer guten Versicherung spricht man, wenn die garantierte Rente im Vergleich zu anderen Versicherern besonders hoch ist. Daten dazu finden Sie beispielsweise in den Untersuchungen von "Finanztest".

Rendite plus Steuervorteile
Aber in Sachen Rendite bietet die Basisrente sogar noch mehr. Ein Teil der jährlichen Prämien sind nämlich als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar. In diesem Jahr sind es genau 68 Prozent. Dieser Satz erhöht sich bis 2025 um jährlich 2 Prozentpunkte, bis dann 100 Prozent absetzbar sind. Im Gegenzug wird auch Jahr für Jahr ein wachsender Anteil der Rente versteuert. Ab 2040 sind es 100 Prozent. Alles in allem überwiegen aber die Steuervorteile, und eine langfristige Rendite von 4,3 Prozent ist realistisch. Wenn man bedenkt, dass die Basisrente auf festverzinslichen Anlagen basiert und damit absolut sicher ist, kann sich dieses Ergebnis mehr als sehen lassen. Umso verwunderlicher, dass gerade Privatleute mit hohem Einkommen diese Rentenversicherung ignorieren, mit der Begründung, sich damit staatlich gegängelt zu fühlen.

Freiheit kostet viel Geld
Wer für seine Freiheit eine flexiblere Alternative mit vergleichbarer Rendite sucht, hat es schwer. Eine klassische Leibrente beispielsweise ähnelt im Grunde der Basisrente, bietet aber die Möglichkeit, sich das Geld bei Rentenbeginn auszahlen zu lassen. Ein weiterer Unterschied zur Basisrente liegt darin, dass die Leibrente aus versteuertem Geld bezahlt werden muss. Die Renten werden dafür im Alter auch nur mit einem geringen Ertragsanteil versteuert. Bringt alles in allem eine Verzinsung von 3,8 Prozent. Wer dabei ganz auf Freiheit setzen möchte und sich das Geld auszahlen lässt, fährt noch schlechter. Weil Abgaben auf diese Art Abfindung zu zahlen sind, sinkt die Verzinsung auf nur 3,4 Prozent. Verglichen mit oben genanntem Beispiel kommen dabei 13.000 Euro Unterschied zugunsten der Basisrente zusammen. Freiheit ist teuer!

Freiheit ist unsicher
Wer unbedingt auf 4 Prozent Rendite kommen will, muss Risiken eingehen. Er kann sein Geld monatlich in einen Rentenfonds, einen Immobilienfonds und ein Aktienpaket stecken. Die Abgeltungssteuer mit eingerechnet, könnte sich dabei eine Rendite von 4,5 Prozent ergeben. Könnte, muss aber nicht, denn die Sparphase ist eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Die aktuelle Krise zeigt es. Und Garantien gibt es bei Aktien und Immobilien nicht. 

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