Frauenpower auch in der Altersvorsorge

01.04.2009 – Frauen sind in Sachen Altervorsorge besser als ihr Ruf. Zu diesem und weiteren Ergebnissen kam eine aktuelle Studie der FinanzFachFrauen, einem bundesweiten Zusammenschluss von Finanzberaterinnen.

Bisherige Thesen und Studien kamen oft zu dem Schluss, dass Frauen sich zu wenig um ihre Altervorsorge kümmern würden und das Thema am liebsten umgingen. Das konnte jetzt widerlegt werden.

Der Finanzkrise trotzen
Selbst der Finanzkrise trotzen Frauen, wenn es darum geht, etwas für den Ruhestand zu tun. Solche Investitionen betrachten Frauen sogar weiterhin als Hauptanliegen, laut FinanzFachFrauen. "Frauen nehmen die Finanzkrise zwar ernst, verlieren dabei aber nicht aus den Augen, dass sie sich weiterhin selbst verstärkt um ihre Rente kümmern müssen", betont FinanzFachFrau Regina Weihrauch.

Rentenversicherungen bevorzugt
Für die jüngste Studie wurden die Beratungsgespräche der vergangenen sechs Monate ausgewertet. Danach sind sich die Kundinnen bewusst, dass ihr Geld in Rentenversicherungen sicher ist, vor allem wenn sie es langfristig anlegen. Insofern hält sie auch die aktuelle Krise nicht von entsprechenden Investitionen ab. Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frauen nicht auch Ängste hätten, gerade in der aktuellen Situation. Die bezögen sich aber eher auf kurz- und mittelfristige Engagements. Eigens auf Frauen zugeschnittene Finanzkonzepte seien laut Regina Weihrauch nicht nötig. Auf eine umfassende und unabhängige Beratung sollte jedoch niemand verzichten.

Am liebsten Riester und Rürup
Ähnlich wie die Männer haben auch Frauen Vorlieben für bestimmte Versicherungsprodukte. So geht das Interesse deutlich in Richtung Riester- und Rürup- sowie Betriebsrenten, weil dabei staatliche Förderungen und Steuervergünstigungen winken.

Frauen häufig von Altersarmut betroffen
Dass das Thema Altersvorsorge auch bei Frauen zunehmend wichtig wird, ist umso begrüßenswerter, da sie heute noch besonders häufig von Altersarmut betroffen sind. Laut Deutschem Institut für Altersvorsorge (DIA) nehmen alleinstehende Frauen bei den Sozialhilfeempfängern von über 65 Jahren einen Anteil von 70 Prozent ein. Außerdem ist die Lebenserwartung von Frauen stärker als die der Männer gestiegen. Während Frauen heute im Schnitt 19 Jahre Rente beziehen, waren es 1960 nur 10 Jahre. Bei Männern sind nur 5 Jahre dazu gekommen. Sie beziehen heute also im Schnitt 15 Jahre Rente. Für Frauen heißt das, so privat vorzusorgen, dass das Geld später auch reicht. Laut Studie "Altervorsorge von Frauen II" gaben die meisten Frauen an, monatlich 1.278 Euro im Ruhestand zu benötigen, um über die Runden zu kommen. Dieser Betrag lässt sich für die meisten mit der gesetzlichen Rente kaum aufbringen. 

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