Deutsche Frauen riskieren Altersarmut

07.12.2007 –

Erst will man das Leben genießen, dann kommen die Kinder, dann das Haus – für die Altersvorsorge fällt nicht viel dabei ab. Und ganz schnell ist man so alt, dass es sich scheinbar kaum noch lohnt, für die Rente zu sparen. Außerdem gibt es ja noch die Männer, nicht zu vergessen Vater Staat, der schließlich auch eingreift im Notfall.

So oder ähnlich argumentieren Frauen häufig, wenn man auf das Alter zu sprechen kommt. All dies sind allerdings gefährliche Trugschlüsse. Denn der Staat gibt immer weniger, und auch auf die Männer ist in dieser Hinsicht kaum Verlass. Zum einen sterben sie statistisch gesehen eher als die Frauen und zum anderen ist die Scheidungsrate drastisch gestiegen.

Kaum jemand hätte es nötiger als die Frauen, sich ernsthafte Gedanken um die Altersvorsorge zu machen. Anders als Männer haben sie keine lückenlosen Erwerbsbiografien. Erziehungszeiten, Teilzeitjobs etc. schlagen hier kräftig zu Buche: Das Lebenseinkommen einer Frau mit Kind liegt zirka ein Drittel unter einem gleichqualifizierten Mann mit Kind. Nach Berechnungen des DIA (Deutsches Institut für Altersvorsorge) werden 75 Prozent der heute 30- bis 59-jährigen Frauen im Alter vor einer großen Versorgungslücke stehen.

Aus Erfahrung weiß Finanzberaterin Rita Helmke, dass Frauen flexible Finanzprodukte bevorzugen, die sich an die jeweilige Lebenssituation anpassen. Besonders empfehlenswert ist die Riester-Rente, weil hier gerade Geringverdiener und Mütter von den attraktiven Förderquoten dank Grundzulage, Kinderzulage und Steuervorteilen profitieren. Ab 2008 steigen die Zulagen sogar noch einmal.

Bedenken sollte frau allerdings auch, dass die Riester-Rente das sinkende Rentenniveau nicht allein auffangen kann. Zusätzliche Möglichkeiten bieten darum die Basis-Rente (Rürup-Rente), die betriebliche Altersvorsorge oder auch eine private Rentenversicherung.

Grundsätzlich gilt: Je früher man anfängt, desto besser. So muss eine Frau mit 27 Jahren für eine monatliche Rente von 500 Euro für 20 Jahre 6.370 Euro anlegen. Bei einer Frau von 37 Jahren sind es schon 11.590 Euro, für eine 47-Jährige 21.100 Euro, eine 57-Jährige 38.360 Euro. Eine 62-Jährige muss für die gleiche Rente 51.740 Euro anlegen.

Eine junge Frau beginnt am besten sofort mit der Riester-Rente. Die betriebliche Altersvorsorge kann vielleicht noch warten, wenn berufliche Veränderungen ohnehin geplant sind.

Für eine 47-jährige Frau hingegen sind beide Vorsorgeformen Pflicht. Wenn mit 57 die Kinder aus dem Haus sind, steht wieder mehr Geld für die Altersvorsorge zur Verfügung. Rentenfonds und festverzinsliche Wertpapiere könnten jetzt noch dazu genommen werden.  

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