Finanzkrise: Gefühlte Verluste höher als tatsächliche

07.08.2009 – Die Bundesbürger haben die Auswirkungen der Finanzkrise auf ihre Altersvorsorge vollkommen falsch eingeschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Weniger als 3 Prozent verloren
Die Befragten glaubten, durchschnittlich 20 Prozent ihres angesparten Ruhestandspolsters verloren zu haben. 20 Prozent der Befragten dachten sogar, mehr als die Hälfte abschreiben zu können. Die Realität sieht vollkommen anders aus, laut Studie. Die meisten Haushalte haben durch die Krise Einbußen von weniger als 3 Prozent erlitten.

Jeder hat durchschnittlich 1.700 Euro verloren
Es ist das erste Mal seit 2001, dass das aggregierte Geldvermögen der deutschen Haushalte geschrumpft ist. Dazu zählen: Bargeld und Einlagen bei Banken, Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, Investmentzertifikate, Aktien und sonstige Beteiligungen sowie Geldmarktpapiere und Rentenwerte. Gesunken ist das Vermögen von 4.551,7 Mrd. Euro im Jahr 2007 auf 4.412,9 Mrd. Euro im Jahr 2008, was in etwa dem Stand von 2006 entspricht. Dieser Rückgang von 3 Prozent ist der höchste seit 1991. Jeder Haushalt hat damit im Schnitt 4.000 Euro verloren. Auf den Einwohner heruntergerechnet sind es 1.700 Euro.

Auswirkungen hängen vom Produkt ab
Die Finanzkrise wirkt sich auf die einzelnen Vorsorgeprodukte unterschiedlich aus: Mit ihrem Garantiezins bietet die Rürup-Rente eine hohe Sicherheit und geht damit unbeschadet durch die Krise. Bei berufsständischen Versorgungswerken kann sich die Krise eventuell in niedrigeren Dynamisierungsraten zeigen. Weil die Beamtenversorgung aus Steuergeldern finanziert wird, gibt es keine direkten Auswirkungen.

Bei der betrieblichen Altersvorsorge hängen die Auswirkungen vom Durchführungsweg und der Art der Zusage ab. Durch Protektor AG und Pensionssicherungsverein ist die bAVRiester-Rente hängen die Folgen der Krise vom Produkt ab:

  • Rentenversicherungen: sehr hohe Sicherheit durch Garantierente, aber wegfallende oder sinkende Überschussbeteiligung möglich
  • Fondssparpläne: mussten teilweise deutliche Kursverluste hinnehmen
  • Banksparpläne: Zinsniveau stark gesunken
 

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