Finanzcheck in fünf Schritten: Mehr Lebensqualität im Alter
17.04.2009 – Zugegeben: Die derzeitige wirtschaftliche Lage lädt nicht gerade dazu ein, einen Teil des monatlichen Einkommens für etwas so entferntes wie den Ruhestand zurückzulegen. Weil sich ohne private Vorsorge der gewohnte Lebensstandard im Alter aber nicht halten lässt, sollte jeder möglichst früh mit dem Sparen anfangen
Je größer nämlich der verbleibende Zeitraum bis zur Rente ist, desto geringer können die monatlichen Raten ausfallen, und desto weniger wird das Budget, gerade in Krisenzeiten, belastet. Damit die richtige Geldmenge in die richtige Anlage fließt, sollten Sie einen Finanzcheck durchführen. Das ist einfacher, als es klingt. In nur fünf Schritten wissen Sie, was zu tun ist.
1. Schritt: Gesetzliche Rentenlücke feststellen
Um die Rentenlücke zu ermitteln, müssen Sie wissen, wie viel Rente Sie später erwarten können. Diese Daten liefert die Renteninformation, die von der gesetzlichen Rentenversicherung jährlich verschickt wird. Unter anderem erfahren Sie hier die Rentenhöhe, wenn Sie weiterhin genauso hohe Beiträge einzahlen wie bisher. Dabei ist auch berücksichtigt, dass das Rentenniveau von derzeit 48 Prozent des Bruttoeinkommens bis zum Jahr 2030 auf unter 40 Prozent sinken wird. Nicht berücksichtigt ist der Kaufkraftschwund. Bei einer realistischen Inflationsrate von 2 Prozent besitzt eine heute erwartete Rente von 800 Euro in 25 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 488 Euro. Die so ermittelte realistische Rente wird nun mit dem Betrag abgeglichen, der für den heutigen Lebensstandard aufgewendet werden muss. Die Differenz aus erwarteter Rente und den heutigen Ausgaben ist die Rentenlücke, die Sie schließen sollten.
2. Schritt: Betriebliche Altersvorsorge nutzen
Betriebsrenten haben einen Anteil von 15 bis 20 Prozent an den Alterseinkünften in Deutschland. Jeder Arbeitnehmer hat ein Anrecht darauf, sei es nun über eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse, in die er monatlich einen Teil seines Bruttoeinkommens einzahlt. Häufig beteiligen sich die Arbeitgeber an den Beiträgen zur betrieblichen Altersvorsorge. Dazu verpflichtet sind sie jedoch nicht. Reizvoll sind Betriebsrenten nicht nur, weil sie das Altersbudget aufbessern, sondern weil sie auch Steuervorteile mit sich bringen. Die Beiträge werden vom Staat mit hohen Steuernachlässen gefördert. Später in der Auszahlungsphase unterliegt die Betriebsrente dann dem persönliche Steuersatz, der in der Regel niedriger als zu Erwerbszeiten ist.
3. Schritt: Riester-Vertrag abschließen
Die dritte tragende Säule in der Altersvorsorge ist die Riester-Rente, da es auch hier eine attraktive staatliche Förderung gibt. Der Staat bezuschusst diese Sparform mit einer Grundzulage von 154 Euro pro Person und einer Kinderzulage von 185 Euro pro Kind, für ab 2008 Geborene gibt es sogar 300 Euro. Nicht zu vergessen der Extrabonus von 200 Euro für Berufsanfänger. Vor Vertragsabschluss z. B. einer Riester-Rentenversicherung sollten Sie unbedingt das Kleingedruckte lesen, denn einige Anbieter verstecken hinter bunten Hochglanzbildern von glücklichen Senioren hohe Abschluss- und Vertriebsgebühren. Wichtig für Sie ist eine hohe garantierte Rente! Sie ist das, was Sie später wirklich auf dem Konto haben.
4. Schritt: Über fondsgebundene Versicherungen nachdenken
Fondsgebundene Lebensversicherungen können auch eine Option für die Altersvorsorge sein, sofern sie mit maßvollen Kosten einhergehen. Besonders günstig sind fondsgebundene Versicherungen, die in so genannte Indexfonds investieren. Diese kosten im Vergleich zu herkömmlichen aktiv gemanagten Investmentfonds weniger. Fragen Sie immer nach dem Rückkaufwert der Police in zwei oder drei Jahren. Wenn dieser zu niedrig ist, ist die Anlage zu teuer.
5. Schritt: Geld direkt anlegen
Wer sich ein Ruhestandspolster anlegen will, kann sein Geld auch direkt in Aktien, Fonds oder Anleihen investieren. Das bringt zwar keinen Steuervorteil, zwingt dafür aber auch nicht zur Disziplin wie ein Vertrag und ist sehr flexibel nutzbar. Die Papiere können kurzfristig ge- und wieder verkauft werden. Allerdings bietet der Aktienmarkt in der Regel vor allem dem die höchsten Renditen, der einen langen Atem hat. Insofern sollten Sie die Wertpapiere möglichst lange Zeit halten.