Altersvorsorge: Deutschen wollen wieder mehr tun
27.11.2009 – "Die Finanzkrise hat bei vielen Bundesbürgern ein verstärktes Nachdenken über ihre finanzielle Situation im Alter ausgelöst und gleichzeitig die Diskussionen über geeignete Formen der privaten Altersvorsorge neu entfacht", lautet das Fazit von Christoph Müller, der die Studie "Zukunft der Lebensversicherung" aus dem aktuellen Kundenmonitor Assekuranz 2009 der YouGovPsychonomics AG geleitet hat.
Wenig Vertrauen, wenig Information
Nur 43 Prozent der Befragten betrachteten ihre Altersvorsorge als ausreichend. Damit ist ihr Anteil im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gesunken. Ein Grund für diese Abwärtsentwicklung liegt im während der Finanzkrise gesunkenen Vertrauen der Deutschen in ihre Altersvorsorge. Ein anderer Grund liegt in mangelnder Informiertheit. Gerade mal 46 Prozent der Befragten gaben an, nicht ausreichend über Altersvorsorge Bescheid zu wissen. Viele sind allerdings selbst schuld an diesem Zustand. Nur ein Drittel informiert sich gezielt über die verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge.
Ältere sorgen am besten vor
Wie sehr die Befragten vorsorgten, hing auch stark mit ihrem Alter zusammen. Junge Menschen unter 35 beispielsweise sind hier nachlässig. Nur ein Viertel hielt sich für ausreichend versorgt im Alter. Immerhin schon knapp die Hälfte der 36- bis 50-Jährigen behauptete das von sich. Am besten für das Alter gewappnet sahen sich die 51- bis 59-Jährigen. Hier lag der Anteil bei mehr als der Hälfte. Nicht für ausreichend altersversorgt und informiert hält sich fast die Hälfte der jungen Befragten. Bei der mittleren Altersgruppe ist es ein Viertel, bei den Älteren ein Drittel. Das Marktforschungsinstitut sieht einen der Gründe in den Börsenturbulenzen der vergangenen Monate und den damit verbundenen Verlusten zahlreicher Kapitalanlagen.
Riester-Rente besonders beliebt
Die durch die Krise entstandene Verunsicherung hat gleichzeitig eine neue Vorsorgebereitschaft bei den Deutschen erzeugt, hat das Marktforschungsinstitut festgestellt. Ein Drittel der Befragten gab an, in den kommenden 12 Monaten einen Altersvorsorgevertrag abschließen zu wollen. Das sind mehr als noch im vergangenen Jahr mit einem Viertel. Dabei zählen Riester-Renten, Bausparverträge und die betriebliche Altersvorsorge zu den Favoriten. Private Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen lagen in der Mitte. Eher wenig Interesse fanden fondsgebundene Produkte.