Studie der Deutschen Rentenversicherung: Altersarmut wird zunehmen
23.11.2007 –
In Würzburg wurde am 21. November die Studie "Altersvorsorge in Deutschland" (AVID) vorgestellt, die im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales von TNS Infratest Sozialforschung erstellt wurde.
Das Ergebnis dieser fundierten Datenbasis für die Alterseinkommen der Geburtsjahrgänge 1942 bis 1961: Viele Arbeitnehmer im Ruhestand müssen mit deutlich geringeren Einkünften rechnen als heutige Rentner.
Zwischen 2001 und 2007 haben Wissenschaftler für AVID Daten zusammengetragen und in 30.000 Tabellen komprimiert. Herausgekommen ist das ernüchternde Ergebnis: Vor allem die Generation der heute 46- bis 50-jährigen Männer muss sich auf deutlich niedrigere Renten einstellen. Denn das Rentenniveau sinkt in Folge der letzten Rentenreformen in den kommenden 30 Jahren von derzeit 63 auf 43 Prozent des Nettoeinkommens ab. Und dabei ist noch eine Annahme von durchgängig 45 Versicherungsjahren unterstellt. Tatsächlich aber werden zukünftige Rentner im Schnitt lediglich 38 Jahre (Männer) bzw. lediglich 33 Jahre (Frauen) vorweisen können.
Daher mahnte Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, bei der Vorstellung der AVID-Studie auch zu stärkerer privater oder betrieblicher Altersvorsorge. "Wenn das nicht geschieht, wird Altersarmut drohender", so Rische. Denn nach der vorliegenden und 293 Seiten umfassenden Untersuchung haben in Westdeutschland 15 Prozent der versicherten Männer im Alter zwischen 46 und 50 Jahren weder eine private noch eine betriebliche Zusatzvorsorge. Bei den Frauen dieser Altersgruppe liegt die Quote mit 24 Prozent noch deutlich höher. In Ostdeutschland verfügen sogar 27 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen neben der gesetzlichen Rente über keine zusätzliche Altersvorsorge.
Und noch ein interessantes Ergebnis förderte die AVID-Studie zutage. "Der Anteil der Personen mit Riester-Renten ist im Niedrigeinkommensbereich sogar größer als bei den Personen mit höheren Alterseinkommen. Dies belegt die Attraktivität der Riesterförderung gerade auch für Personen mit geringen Einkünften".
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