Depressionen treiben immer mehr Menschen in Frührente
22.12.2011 – Nach aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zwingen Depressionen und Angststörungen immer mehr Menschen dazu, vorzeitig in Rente zu gehen
Auch Krankenkassen sehen in psychischen Erkrankungen ein sich rasant ausbreitendes Problem.
Trend geht nach oben
Fast 71.000 Arbeitnehmer sind allein 2010 noch vor ihrem 65. Lebensjahr unfreiwillig in Rente gegangen. Als Hauptgründe nennt die DRV Depressionen und Angststörungen. 2010 waren sie für fast 40 Prozent aller Fälle von verminderter Erwerbsfähigkeit verantwortlich. Über einen Zeitraum von 18 Jahren betrachtet, ist die Zahl der Früh- und Erwerbsminderungsverrentungen um zirka 71 Prozent gestiegen.
Krankenkassen bestätigen die Entwicklung
Zahlen vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen bestätigen diese Tendenz. Danach führen psychische Störungen seit Jahren vermehrt zu Fehltagen. Jeder achte Krankheitstag geht auf ihr Konto. Der Druck im Job nimmt rapide zu. Fachleute sind sich einig, dass hier präventiv in den Unternehmen viel passieren muss. Im Gespräch ist ein Stressabbauprogramm für Beschäftigte. Das ist schon aus finanziellen Gründen dringend nötig. Schließlich sollen sich die Behandlungskosten für psychische Erkrankungen auf 27 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Der dadurch bedingte Produktionsausfall kostet weitere 26 Milliarden Euro. Immerhin müssen immer mehr psychische Erkrankungen stationär behandelt werden.
Ausstieg schon mit 48 Jahren
Der Trend geht ferner auch dahin, dass psychisch erkrankte Arbeitnehmer immer früher aus dem Berufsleben aussteigen müssen. Während 1980 erwerbs- und berufsunfähige Neurentner durchschnittlich 56 Jahre alt waren, haben sie heute die 50 gerade überschritten. Wer sich mit einer psychischen Erkrankung aus dem Berufsleben verabschiedet, ist im Schnitt sogar nur 48 Jahre alt.