Demografie-Entwicklung: Sachsen-Anhalt sieht alt aus
18.12.2007 –
Der Bauch der Alterspyramide verschiebt sich zwar allgemein nach oben, doch mit teilweise großen Unterschieden zwischen den Bundesländern. Besonders schnell nach oben geht es in Ostdeutschland.
Hier ist jetzt der Altersdurchschnitt schon höher als im Westen. War bislang noch Sachsen das älteste Bundesland, prescht Sachsen-Anhalt mit großen Schritt vor und hat an Geschwindigkeit seinen Nachbarn schon überholt. In beiden Ländern liegt der Altersdurchschnitt nämlich bei 45 Jahren. Nur während Sachsen-Anhalt im Jahre 2005 noch mit 45 Tagen zurücklag, sind es jetzt nur noch 6 Tage.
Noch schneller geht es mit dem Alter in Mecklenburg-Vorpommern nach oben, nämlich zirka sechs Monate jedes Jahr. 1990 gab es kein jüngeres Bundesland und 2020 schon könnte es den Titel "Altersheim der Republik" für sich beanspruchen. Diese Entwicklung wird kaum zu bremsen sein, denn sie folgt demografischen Gesetzmäßigkeiten. Was stark ist, wird stärker und umgekehrt.
Etwas weniger abstrakt: Wo es kaum Arbeitslosigkeit gibt und hohe Löhne, da wollen alle hin. Wer dagegen kaum Jobs und dazu noch niedrige Löhne bietet, verliert an Einwohnern. In der Regel gehen die Jungen und die Alten bleiben. Ein echtes Jungblut im bundesweiten Vergleich ist Hamburg. In den letzten Jahren 16 Jahren stieg hier das Alter um gerade mal 0,4 Jahre an. Der Bundesdurchschnitt betrug in dieser Zeit 3,3 Jahre.
Momentan folgen, was das Alter anbelangt, Thüringen und Brandenburg auf Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dann kommt das Saarland, ältestes westdeutsches Bundesland. Nicht gerade jung sind aber auch Bremen und Schleswig-Holstein. Immer jünger werden übrigens Baden-Württemberg und Bayern. So sind in Baden-Württemberg seit 1970 rund 1 Millionen Menschen dazugekommen.
Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes werden im Jahre 2030 gut 27,5 Prozent der Bewohner Baden-Württembergs 65 Jahre und älter sein. In Sachsen-Anhalt geht man sogar von 35,2 Prozent aus. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert, dass im Jahre 2050 nur jeder zweite Bewohner Ostdeutschlands im erwerbsfähigen Alter ist.
Warum dieser Abwärtstrend im Osten? Dafür gibt es drei Gründe. Die Geburtenrate liegt hier unter der in Westdeutschland. Die Menschen hier leben länger, als es noch vor 16 Jahren der Fall war. Außerdem verlassen viele junge Menschen das Land, weil sie hier schlechte Jobchancen sehen.
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