Bundesregierung: Mehr Transparenz bei Riester-Kosten

24.02.2010 – Die Transparenz von Altersvorsorgeprodukten, insbesondere Riester-Verträgen, genießt für die Bundesregierung höchste Priorität. Wegen der sich häufenden Kritik diesbezüglich, hat die Regierung eine Prüfung von Kostenhöhe und -transparenz veranlasst und kündigt Maßnahmen an, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten.

Ergebnisse im ersten Halbjahr
Auf eine Kleine Anfrage des sozialpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Matthias W. Birkwald, hin erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen (BMF), Hartmut Koschyk (CSU), dass das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim derzeit ein Gutachten zum Thema "Transparenz von privaten Riester- und Basis-Renten-Produkten" erarbeite. Noch im ersten Halbjahr rechne man mit den Ergebnissen, die dann zeigen würden, ob gehandelt werden müsse oder nicht.

Kein Einfluss auf Kosten der Anbieter
Koschyk verwies allerdings gleichzeitig darauf, dass die Bundesregierung die Kostenstrukturen der Riester-Anbieter nicht beeinflussen könne. Zur besseren Vergleichbarkeit entwickle man derzeit aber ein Produktinformationsblatt für Finanzprodukte. Wer Entscheidungshilfen für den richtigen Altersvorsorgevertrag sucht, sollte sich auch durch anbieter- und produktneutrale Beurteilungen informieren, wie beispielsweise von Finanztest. In den hier regelmäßig erscheinenden Untersuchungen werden sehr gute bis mangelhafte Produkte aufgelistet und analysiert.

Schließt die Privatrente die Versorgungslücke?
Wie hoch die in der Rentenphase ausgezahlten Beträge tatsächlich sind, weiß die Regierung nicht, da die Anbieter die Höhe des angesparten Vermögens oder die Altersvorsorgeansprüche der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) nicht melden müssen. Darum könne auch nicht bewertet werden, inwieweit die private Rente die Niveauabsenkung der gesetzlichen Rentenversicherung auffangen würde, laut Koschyk.

Maximalförderung oft nicht ausgeschöpft
Zahlen des BMF belegen, dass viele Riester-Sparer den maximalen Förderungsbetrag nicht ausschöpfen. Im Jahr 2002 haben 25,7 Prozent eine gekürzte Zulage vom Staat erhalten. 2004 waren es 37,1 Prozent und 2006 sogar 42,7 Prozent. Wie viele der 13 Millionen förderungswürdigen Riester-Sparer überhaupt keine Zulage beantragen, könne das BMF nicht sagen.

Viele Geringverdiener
Mehr als die Hälfte der Zulagenempfänger sind Klein- und Geringverdiener. Im Jahr 2006 verdienten 31 Prozent der geförderten Sparer maximal 10.000 Euro im Jahr, 20,2 Prozent verdienten von 10.000 bis 20.000 Euro und 19,3 Prozent kamen aus der Einkommensgruppe von 20.000 bis 30.000 Euro.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Riester Kosten

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