Arbeitslosigkeit bedroht Alterssicherung

19.05.2010 – Lückenlose Erwerbsbiografien werden in Deutschland immer seltener. Darunter leidet nicht zuletzt die Altersvorsorge, laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie (Inifes).

Durchbrochene Erwerbsbiografien
Die Deutschen arbeiten, verglichen mit früher, weniger und mit Unterbrechungen. Auch Dauerarbeitslosigkeit ist keine Seltenheit mehr. Viele Menschen beginnen ihr Arbeitsleben ohne Job und beenden es auch so. Diese Entwicklung würde sich negativ auf die gesetzliche Rentenversicherung auswirken, prophezeien die Autoren der Studie. Schließlich sinken die Rentenansprüche bei verkürzten oder unterbrochenen Erwerbsbiografien. Aufgrund von Reformen ist das ohnehin schon der Fall.

Mehr Langzeitarbeitslose
Für die Studie untersuchte Inifes die Entwicklung von Erwerbsbiografien zwischen 1984 und 2007. Dabei wurde separat die Phase des Berufseinstiegs im Alter zwischen 20 bis 30 Jahren, die Phase des Kernerwerbs zwischen 30 und 50 Jahren und der Altersübergang zwischen 50 und 65 Jahren betrachtet.

Markante Veränderungen zeigten sich schon bei den Berufseinsteigern. Junge Menschen beginnen heute später zu arbeiten als früher. Das liegt zum einen an einer längeren Ausbildung, zum anderen aber auch daran, dass junge Menschen danach nicht sofort eine Stelle finden. Unter den 20- bis 30-Jährigen gab es zwischen 2003 und 2007 fünf Prozent Langzeitarbeitslose. Zwischen 1985 und 1989 lag deren Anteil nur bei einem Prozent. Als langzeitarbeitslos wird angesehen, wer mehr als zweieinhalb Jahre ohne Job ist. Dass die Arbeitslosigkeit bereits für viele junge Menschen dazugehört, wirkt sich auch auf das spätere Erwerbsleben negativ aus. Berufserfahrung fehlt. Außerdem sammelt der Betroffene keine Rentenansprüche. Neben Langzeitarbeitslosigkeit ist auch der Anteil derer, die in Teilzeit arbeiten, höher als früher, vor allem bei Frauen.

Mehr Frühverrentungen
Menschen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, in der Kernerwerbsphase also, sind seltener als in den anderen Phasen arbeitslos und geringfügig beschäftigt. Nichtsdestotrotz waren aus dieser Altersgruppe zwischen 2003 und 2007 immerhin sieben Prozent langzeitarbeitslos. Beim Altersübergang zeigen sich Veränderungen dahingehend, dass immer mehr Menschen früher in Rente gegen. Außerdem ist heute ein größerer Teil als früher kurz vor der Rente arbeitslos.  

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