Arbeitnehmer: 50 Plus in der Überzahl
01.09.2010 – Noch bilden Mitarbeiter um die Vierzig die Mehrzahl in den Unternehmen. Dass soll sich laut Fraunhofer-Institut ändern. In den nächsten zehn Jahren werden, so haben es Simulationen des Instituts gezeigt, die Fünfzigjährigen nachrücken und dann die Mehrheit bilden. Unternehmen sollten darum schon heute über ein effizientes Altersmanagement nachdenken.
Bewusstsein für demografischen Wandel
Das Personalmanagement vieler Unternehmen reagierte auf die vergangene Wirtschaftskrise anders als auf frühere Krisen. Statt Personal abzubauen und ältere Mitarbeiter mit Abfindungen und staatlichen Zuschüssen in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken, wurde das Personal in den Unternehmen gehalten. Zirka 1,5 Millionen wurden in Kurzarbeit geschickt. Diese Beobachtung machte Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability, laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Eine Befragung des von ihr geleiteten Instituts unter 400 mittelständischen Unternehmen zeigte, dass sich ein Bewusstsein für den demografischen Wandel und den drohenden und heute schon teilweise spürbaren Fachkräftemangel entwickelt hat. Bislang waren es vor allem die Konzerne, die diese Problematik bei Personalentscheidungen berücksichtigt haben.
Zwei Erwerbstätige auf einen Ruheständler
Wie sich die Bevölkerungsstruktur drastisch ändert, zeigen die folgenden Zahlen: Während in Deutschland 1951 noch sieben Erwerbstätige auf einen Ruheständler kamen, werden es 2050 laut Prognose nur noch zwei sein. Die Regierung hat auf diese Entwicklung bereits mit einer Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre reagiert. Anders würde das umlagefinanzierte Sozialsystem zusammenbrechen.
Wissensmanagement unterschätzt
Mit dieser Entwicklung geht auch ein Wandel der Arbeitsstrukturen einher. Wer sich langfristig ausreichend Fachkräfte sichern möchte, muss mit einem Altersmanagement dafür sorgen, dass die Mitarbeiter so lange wie möglich im Unternehmen bleiben können. Dabei geht es aber nicht nur um das Gesundheitsmanagement, auch wenn es eine wichtige Rolle spielt. Schließlich helfen Job-Rotation, technische Hilfsmittel und Betriebssport, dem körperlichen Verschleiß vorzubeugen oder ihn zu mindern. Oft vernachlässigt, aber ebenso wichtig ist aber auch das Wissensmanagement. Dazu gehören Qualifizierungsmaßnahmen, um ältere Arbeitnehmen lange beschäftigungsfähig zu halten. Auch geht es darum, das Wissen der Älteren im Unternehmen zu halten und mit den neuen Ideen der jüngeren Arbeitnehmer gewinnbringend zu vermischen. IT-Datenbanken haben sich dafür nicht bewährt. Besser sind Mentorenprogramme oder gemischte Team aus alt und jung.