Altersvorsorge: Akademiker fürs Alter unterversorgt
29.11.2007 –
Dass der Deutsche sich in Sachen Altersvorsorge nicht gerade überschlägt, ist kein Geheimnis. Eine aktuelle Studie des DIA (Deutsches Institut für Altersvorsorge) zeigt jetzt aber, dass sich vor allem eine Bevölkerungsgruppe denkbar schlecht für das Alter rüstet: die Akademiker.
Sie verlassen sich am liebsten auf Erbschaften und finanzielle Zuwendungen der Eltern, heißt es. Die DIA-Experten warnen vor solch einer Einstellung, da Erbschaften und Finanzspritzen künftig geringer ausfallen dürften als in der Vergangenheit. Gründe dafür seien die steigende Lebenserwartung, reger Konsum auch im Alter sowie höhere Pflegekosten.
Aber es sind eben nicht nur die Akademiker, die den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben oder ihn nicht erkennen wollen. Rund 20 Prozent der Befragten fühlten sich schon allein durch die vielen Produkte und Förderwege verwirrt und überfordert und zögern darum noch beim Abschluss einer Altersvorsorgemaßnahme.
Jeder Fünfte konnte aber auch schon aus rein finanziellen Gründen nicht privat vorsorgen. Die Befragungen zeigten jedoch, dass dies objektiv nur auf einen Teil wirklich zutraf. Eine entsprechende Beratung brachte beim anderen Teil doch noch Einsparmöglichkeiten im Konsum zutage, die der Vorsorge zugute kommen könnten.
Dass sich nur mit der gesetzlichen Rente eine Versorgungslücke auftut, war den meisten bewusst. Wie groß diese Lücke jedoch bei jedem Einzelnen sein wird, wusste niemand genau. Da verwundert es auch nicht, dass eher nach Gutdünken vorgesorgt wird und nicht nach Kalkulation.
Das DIA empfiehlt denen, die keine finanziellen Reserven für eine private Vorsorge haben, nach Alternativen zu suchen. Das könnte beispielsweise eine verlängerte Lebensarbeitszeit durch eine kürzere Ausbildung sein. Erreichen ließe sich das auch durch einen späteren Rentenantritt, vor allem bei Akademikern. Wer kann, der sollte eine Immobilie kaufen, um im Alter mietfrei wohnen zu können. Immobilien könnten außerdem später für die Deckung der Pflegekosten beliehen werden.
Altersvorsorge können nicht nur Junge betreiben. Auch Ältere, deren Kinder aus dem Haus sind, können die so freigewordenen finanziellen Mittel wenigstens teilweise in die Altersvorsorge investieren. Auch Gehaltserhöhungen sind ein guter Grund für eine bessere Altersvorsorge.
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