8 Schritte: So klappt es mit der eigenen Zusatzrente!
01.11.2007 –
"Gefahr erkannt" heißt nicht immer, dass die Gefahr auch gebannt ist. Sonst müsste jeder vorbildlich für das Alter vorsorgen. Doch laut TNSInfratest sorgt nicht einmal die Hälfte der Bundesbürger vor.
Noch immer sind es viele, die nicht recht wissen, wie das geht mit der Zusatzrente. Es geht ganz einfach:
1. Wie hoch ist mein Rentenanspruch?
Zuerst gilt es herauszufinden, wie viel Rente man später tatsächlich beziehen wird. Alle dafür nötigen Informationen hält die jährliche Renteninformation von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte bereit. Diese Unterlagen bekommt jeder Bürger über 27, der mindestens fünf Jahre lang Rentenbeiträge eingezahlt hat, automatisch zugesandt. Hier steht unter anderem, was er später mal als Rente bekommt, wenn sein Einkommen auch weiterhin bleibt wie bisher.
2. Wie hoch wird meine Versorgungslücke sein?
Was ist überhaupt die viel gefürchtete Versorgungslücke? Sie errechnet sich aus der Differenz zwischen aktuellem Nettoeinkommen und dem, was als Rente später zu erwarten ist. Wer also heute 2.500 Euro netto verdient und laut Renteninformation später 1.500 Euro gesetzliche Rente erhalten wird, steht nach Adam Riese vor einer Versorgungslücke von 1.000 Euro. In der Regel sind die Ausgaben etwas geringer als noch zu Arbeitszeiten, weil Sparpläne oder Immobiliendarlehen auslaufen. Da kaum mit einer Steigerung der Rentenleistungen zu rechnen ist, die Einkommen jedoch im Laufe des Lebens häufig steigen, kann sich die Versorgungslücke noch vergrößern.
3. Wie viel Geld steht zur Verfügung?
Da man, abgesehen von staatlichen Förderungen, nur mit seinen Privatmitteln vorsorgen kann, wird es jetzt Zeit für einen Blick auf die Ausgaben. Was kommt jeden Monat aufs Konto, was geht wieder ab? Auch einmalige Ausgaben, wie Urlaub oder Autoreparatur, müssen hier berücksichtigt werden. Die Differenz, die sich aus dieser Gegenüberstellung ergibt, ist das, was für die Altersvorsorge zur Verfügung steht.
4. Welche Risiken sind abzusichern?
Vorsorge heißt auch Risikovorsorge. Insofern sollte man also in diesem Schritt die möglichen Risiken unter die Lupe nehmen. Sind Familienmitglieder im Falle des eigenen Todes abzusichern? Hier eignet sich eine Risikolebensversicherung. Während so eine Versicherung vielleicht nicht jeder braucht, ist aber eine private Haftpflichtversicherung für jeden ein Muss. Damit sichert man sich gegen Risiken aus dem alltäglichen Leben ab.
5. Welches Vorsorgeprodukt ist das Richtige?
Jetzt geht es an die Auswahl des richtigen Vorsorgeproduktes. Dazu müssen Lebenssituation und Risikobereitschaft beleuchtet werden. Wie hoch ist beispielsweise der Anlagehorizont? Im Alltagsdeutsch: Wie lang ist es noch hin bis zur Rente? Von dieser Frage hängt nämlich ab, ob man sich für eine schwankungssichere oder eher schwankungsreichere, dafür aber auch chancenreichere Anlageform entscheidet. Je älter der Anleger, desto risikoärmer sollte die Vorsorgeart sein. Ebenfalls eine wichtige Frage: Wie flexibel bin ich? Könnte ich auch kurzfristig an mein Geld kommen? Kann ich die Beitragszahlung auch mal aussetzen? Fragen sollte man sich auch, welche Rentenlösung die richtige ist. Vielleicht ist es der Auszahlplan, bei dem solange gezahlt wird, wie Guthaben vorhanden ist, oder es sind lebenslange Auszahlungen. Wichtig ist ferner, wie die Hinterbliebenen abgesichert sind. Geht der eingezahlte Betrag verloren, wenn ich vor Rentenantritt sterbe oder bekommen ihn meine Angehörigen, wie im Falle der Riester-Rente?
6. Welche Vorsorgeformen werden wie gefördert?
Bevor eine Entscheidung getroffen wird, müssen die einzelnen Vorsorgevarianten auf staatliche Prämien und Förderungen abgeklopft werden. Bei der Rürup-Rente sind beispielsweise ab 2008 66 Prozent der eingezahlten Summe, höchstens aber 13.200 Euro pro Jahr von der Steuer absetzbar. Für Riester-Sparer gibt es pro Jahr eine Grundzulage von 154 Euro und eine Kinderzulage von 185 Euro.
8. War die Anlageentscheidung richtig?
Die Anlageentscheidung sollte regelmäßig überprüft werden. Ändern sich die Lebensumstände und die Risikobereitschaft, sollten auch die Vorsorgeverträge angepasst werden.
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